Ehemalige Flachsröste Lohof

Historischer Hintergrund


In der Flachsröste Lohhof mussten von 1939-1945 Menschen aus Polen, Belgien und der Ukraine sowie über 200 Münchner Juden und Jüdinnen Zwangsarbeit leisten.

Das „Jüdische Arbeitskommando Lohhof“ war eines der größten und gefürchtetsten Zwangsarbeitslager für Juden und Jüdinnen im Großraum München. Vor allem junge Frauen wurden dort zur harten körperlichen Arbeit herangezogen.


Literaturhinweis:

Maximilian Strnad, Flachs für das Reich - Das jüdische Zwangsarbeitslager „Flachsröste Lohhof“ bei München, Volk Verlag, München 2013 (ISBN: 978-3-86222-116-5).

 

Mehrere Exemplare des Buches liegen in der Bibliothek der Akademie aus.

"Flachs für das Reich"

Das jüdische Zwangsarbeitslager „Flachsröste Lohhof“ bei München

von Maximilian Strnad

 

Die Geschichte der Flachsröste Lohhof handelt von Zwangsarbeit und von der Verfolgung der Juden. Sie steht exemplarisch für die rassistische Gewaltpraxis des NS-Regimes. Das „Jüdische Arbeitskommando Lohhof“ war eines der größten und gefürchtetsten Münchner Zwangsarbeitslager.

Mehr als 140 engbeschriebene Seiten mit Notizen des jüdischen Lagerleiters Rolf Grabower geben Aufschluss über eine Geschichte, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Der Historiker Maximilian Strnad hat dieses einzigartige historische Dokument und andere bislang unbekannte Quellen erstmals für das nun vorliegende Buch ausgewertet.

Vor allem junge Frauen wurden in der Flachsröste zu harter körperlicher Arbeit gezwungen. Dieses Buch schildert ihre Entrechtung und ihre Ausbeutung, auf die meist Deportation und Ermordung folgten. Ihr Los hing von wenigen Akteuren ab. Biografische Skizzen verdeutlichen, wie der jüdische Lagerleiter, der deutsche Vorabeiter oder der für die Kontrolle des Lagers zuständige SA-Mann die ländliche Idylle der Flachsröste für die Frauen zur „Hölle von Lohhof“ machten.